Windkraft – universell einsetzbar

Anlagen zur Erzeugung von Energie aus Wind können fast überall – wie im Gebirge, auf dem flachen Land, an der Küste oder auch auf See (Offshore) – installiert werden. Windenergieanlagen liefern Strom, wenn dieser auch von den Abnehmern verstärkt benötigt wird: Durch die Sonneneinstrahlung am Tag ist die Luftströmung meist höher als in der Nacht und im Schnitt wird im Winter mehr Luftbewegung als im Sommer registriert. Trotzdem steht Wind nicht immer zur Verfügung, daher muss die durch Windenergie-Anlagen produzierte elektrische Energie mit anderen Energiequellen beziehungsweise mit Speichern wie etwa Windgas kombiniert werden.

Menschenrechtsorganisationen schätzen an Windenergie die globale Gerechtigkeit: Auch Länder ohne nennenswerte Rohstoffvorkommen sind in der Lage, selbständig Energie zu erzeugen – und das ohne unberechenbare Gefahren für die Umwelt. Als Exporteur von Windkraftanlagen nimmt Deutschland dabei eine wichtige Rolle beim weltweiten Ausbau der Erneuerbaren Energie ein. Wichtige Hersteller haben ihren Hauptsitz in Deutschland: Bard Holding, Enercon, Fuhrländer, Nordex, REpower sowie Siemens. General Electric und Vestas unterhalten Produktionsstätten in Deutschland.

Da Windkraft-Anlagen das Landschaftsbild stark prägen, wurden bereits zahlreiche Umfrage zur Akzeptanz in der Bevölkerung durchgeführt. Dabei wurde erfragt, dass diese Art der Energiegewinnung vom Großteil der Einwohner befürwortet wird – auch wenn Anlagen in der unmittelbaren Nähe installiert werden sollen. Der Anteil ist zudem in Gegenden höher, die bereits Windräder besitzen als in Regionen, wo diese Anlagen erst geplant werden. So hat es auf Sylt selbst bisher noch keine Windkraft-Anlage gegeben. Allerdings werden in den kommenden Jahren die Urlauber eine neue Aussicht von ihrer Sylt Ferienwohnung in Westerland erleben, denn es sind einige Windparks in der Nordsee geplant:

  • Sandbank 24: 96 Windenergie-Anlagen 90 km westlich von Sylt. Baubeginn: Ende 2011
  • Tysk: 80 Windenergie-Anlagen 70 km westlich von Sylt. Baubeginn: Ende 2013
  • Nördlicher Grund: 80 Windenergie-Anlagen 85 km westlich von Sylt in Planung. Baubeginn: Oktober 2016
  • Bard Offshore 1: 80 Windenergie-Anlagen 90 km nordwestlich von Borkum in Planung. Fertigstellung: Ende 2012
  • EnBW He Dreiht: 80 Windenergie-Anlagen 85 km nördlich von Borkum in Planung.
  • Gode Wind: 80 Windenergie-Anlagen 35 km nördlich von Norderney in Planung.
  • Delta Nordsee 2: 32 Windenergie-Anlagen etwa 40 km nördlich der ostfriesischen Inseln in Planung.
  • Global Tech 1: 80 Windenergie-Anlagen 95 km nördlich von Juist in Planung. Baubeginn: Ende 2012

Auch von einer Ferienwohnung auf Usedom hat man mit etwas Glück die Möglichkeit in Zukunft Windkrafträder in Aktion zu sehen. Denn auch in der Ostsee sind weitere Windparks vorgesehen:

  • Arkona-Becken Südost: 80 Windenergie-Anlagen etwa 35 km nordöstlich von Rügen in Planung. Baubeginn: Ende 2011
  • Wikinger: 80 Windenergie-Anlagen etwa 35 km nordöstlich von Rügen in Planung. Baubeginn: bis Ende 2015
  • Baltic 2: 80 Windenergie-Anlagen 30 km nördlich von Rügen in Planung. Baubeginn: Juni 2012

In Summe sind somit im deutschen Seengebiet Offshore-Anlagen mit 8700 MW in Betrieb beziehungsweise werden in den kommenden Jahren gebaut.

Hinter der Volksrepublik China und den USA liegt Deutschland auf Platz drei der Erzeuger von Windstrom. Eine Untersuchung der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) belegt, dass dabei alle deutschen Bundesländer – nicht nur der windreiche Norden – von der Windenergie profitieren. Im Jahr 2030 werden demnach über 165.000 Personen in der Onshore-Branche arbeiten. Fasst man die Produktion aller Erneuerbaren Energien in Deutschland zusammen, so konnten im Jahr 2010 Brennstoffimporte wie etwa Kohle, Erdgas oder -öl aus dem Ausland im Wert von 6,7 Mrd Euro vermieden werden.

Der Ausbau von Windenergie geht auch in den kommenden Jahrzehnten weiter: Das deutsche Bundesland Schleswig-Holstein plant ab dem Jahr 2020 den kompletten Stromverbrauch seiner Einwohner durch die erneuerbare Energieform Wind zu decken. Das Bundesland Niedersachsen verfolgt dagegen das Ziel, bis zum Jahr 2020 90% des für seine Einwohner benötigten Stroms aus Erneuerbaren Energien zu beziehen, wobei der Großteil durch Onshore-Windparks erzeugt werden soll.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.