SEPA – darauf müssen Onlineshop-Betreiber achten !!!

SEPA kommt, was tun? Ab dem 1. Februar 2014 gilt für alle Überweisungen im Inland das sogenannte „SEPA-Verfahren„. Dabei handelt es sich um ein Projekt der EU-Komission, das den Zahlungsverkehr innerhalb des Euro-Verkehrsraums vereinheitlichen soll. Die Zielsetzung des Projekts ist es, Banken und Kunden eine einfache Lösung zu ermöglichen, innerhalb der EU mit anderen Mitgliedsstaaten zu handeln bzw. den Zahlungsverkehr abzuwickeln. Bisher wird das SEPA-Verfahren von Banken lediglich optional angeboten, ab dem 1. Februar 2016 tritt nach einer Übergangsphase von zwei Jahren für EU-Länder eine gesetzliche Pflicht in Kraft, die am dem 1. Oktober 2016 auch für Nicht-Euro-Länder gelten wird.

Änderungen für Kunden

Im Zuge der Umstellung auf das SEPA-Verfahren ist es nötig, auch ein einheitliches Kontoformat einzuführen, dass nach Abschluss der Übergangsphase in der gesamten EU verwendet wird. Die EU-Komission hat hierfür das in den USA entwickelte IBAN-System vorgesehen. Statt der heute üblichen Kombination aus Kontonummer und Bankleitzahl verwendet das „International Bank Account Number System“ nur noch eine einzige, jedoch längere Identifikationsnummer, die den Ländercode, eine Prüfnummer sowie letztendlich die eigentliche Identifikation enthält. Kunden müssen sich umgewöhnen, dass statt der bisher üblichen Kombination aus Kontonummer und Bankleitzahl bei Überweisungen, Daueraufträgen oder Einzugsermächtigungen ab der Umstellung immer die IBAN eingetragen werden muss. Im Gegenzug dürfen die Banken bei Zahlungen in die ebenfalls teilnehmenden Länder keine Gebühren über die üblichen Inlandskosten hinaus verlangen. Nicht bekannt ist, inwiefern die Banken ihre Gebühren während der Übergangsphase anpassen werden, da der gesetzliche Rahmen hierfür erst ab dem 1. Februar 2016 besteht.

Änderungen für Händler und Dienstleister

Während sich für die Kunden abgesehen von der neuen Kontoidentifikationsnummer nur wenig ändert, müssen Onlineshops, Händler und Dienstleister eine ganze Reihe an Maßnahmen ergreifen, um den Standards des SEPA-Verfahrens gerecht zu werden. Vor allem die Handhabung des SEPA-Lastschriftverfahrens wird sich verglichen mit der üblichen Lastschrift drastisch ändern, denn eine „gewöhnliche“ Lastschrift heißt jetzt SEPA-Mandat, die aus dem Mandatstext der Mandatsreferenz besteht. Bei Ersterem handelt es sich um einheitliche, vorformultierte Mustertexte, die vom Kunden durchgelesen und akzeptiert werden müssen. Letztere ist eine Art Rechnungs- oder Referenznummer, mit der sich alle Transaktionen eindeutig identifizieren lassen. Selbstverständlich ändert sich auch für Händler die Handhabung der Kontoidentifikation. Entsprechende Online-Formulare und Begleittexte müssen also ebenfalls angepasst werden. Eine wesentliche Änderung besteht zudem durch die Vorlagefrist, denn die EU-Komission hat beschlossen, dass eine Lastschrift spätestens fünf Tage vor Vollstreckung angekündigt werden muss. Hierfür ist vor allem für kleinere Händler ein enormer Verwaltungsaufwand erforderlich. Zum Schluss müssen alle Online-Händler bei der deutschen Bundesbank eine sogenannte „Gläubiger-Identifikationsnummer“ beantragen, die zukünftig bei jedem Lastschriftverfahren angegeben werden muss.

Auch „hinter den Kulissen“ müssen viele Händler ihre Internetseiten dem SEPA-Verfahren anpassen. Dies beginnt bereits bei Datenbeständen von Bestandskunden, deren Kontoidentifikationen erneuert oder konvertiert werden müssen. Selbstverständlich kann die elektronische Konvertierung zu Fehlern führen. Auch die Payment-Provider, Drittanbieter, die von vielen Onlinehändlern für die Zahlungsabwicklung benutzt werden, müssen auf das neue Verfahren umstellen, was wiederum zu technischen Schwierigkeiten führen kann, die bisher noch nicht vorhergesehen werden können. Bisher kann aber davon ausgegangen werden, dass die Umstellung mindestens eine Teilimplementierung neuer Quelltexte erforderlich macht. Ein anderer Punkt ist die Angabe des sogenannten „Verwendungszweck“, denn dieser wird auf maximal 140 Zeichen begrenzt, wobei Umlaute und Sonderzeichen nicht mehr zulässig sind. Dies gilt übrigens auch für das nach ISO 20022 zertifizierte Dateiformat „XML“, wobei hier Umlaute durch die ab dem November 2013 herausgegebenen Schemadateien erlaubt sind.

Anleitung zum Einbau und Umsetzung vom SEPA in Onlineshopsysteme:

  1. http://t3n.de/news/sepa-umstellung-gelingt-491180/
  2. http://t3n.de/news/sepa-lastschriftmandat-sieht-492087/
  3. https://magazin.sparkasse-witten.de/sepa-lastschriftmandat-so-koennte-loesung-im-onlineshop-aussehen/

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