Perfider Computervirus fordert zu Geldzahlungen auf

Nachdem bereits das Hessische Landeskriminalamt vor einem heimtückischen Virus warnte, der Anwender mittels einer gefälschten Hinweisschaltung der Bundespolizei zu Geldzahlungen auffordert, hat dieser nun offenbar auch größere Schäden im Bundesland Schleswig-Holstein hinterlassen. Seit März dieses Jahres kam es laut Stefan Jung, Sprecher des Landeskriminalamtes in Schleswig-Holstein bereits zu über 800 gemeldeten Fällen. Besonders perfide: Der Virus sperrt den Computer des Anwenders, verlangt für eine Aufhebung der Blockade die Zahlung einer Geldsumme in Höhe von 100 Euro.

Computervirus gibt sich als Anwendung des Landeskriminalamts aus

Die Abzocke der Hintermänner ist ebenso einfach wie hinterhältig: Nachdem sich der Computervirus unbemerkt Zugriff auf den PC verschafft hat, blendet dieser ein Pop-Up Fenster auf dem Bildschirm des Anwenders ein, in dem eine offizielle Meldung des Bundeskriminalamtes samt dazugehörigem Logo der Polizei eingeblendet wird. Der brisante Inhalt: Der Besitzer des PC stünde im Verdacht, sich illegale pornografische Inhalte angesehen, oder E-Mail Nachrichten mit terroristischen Inhalten versendet zu haben, während einer Online-Durchsuchung des Computers seien zudem illegale Videos auf der Festplatte sichergestellt worden. Aufgrund der entdeckten Straftatbestände würde der Computer für eine weitere Nutzung gesperrt, könne jedoch problemlos wieder freigeschaltet werden, indem der Anwender einen Geldbetrag in Höhe von 100 Euro via Bezahldienst „Ukash“ überweist. Geschähe dies nicht innerhalb der kommenden 24 Stunden, würden sämtliche auf der Festplatte befindlichen Daten unwiderruflich vernichtet.

Das Spiel mit der Angst – Es funktioniert tatsächlich. Wenngleich der angezeigte Text dutzende Rechtschreibfehler enthält, (u.a. wurde ein deutlicher „Vertoss festegestellt“) scheint die hinterhältige Masche der Betrüger vollends aufzugehen. Alleine im Bundesland Schleswig-Holstein wurden bereits 50 Zahlungen getätigt, der PC jedoch blieb (wenig überraschend) auch im Anschluss an den Geldtransfer gesperrt. Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein geht von einer enormen Dunkelziffer betroffener Personen aus, da die meisten Anwender den Vorfall aus Scham oder schlechtem Gewissen nicht der Polizei melden würden. Bundesweit wurden mittlerweile bereits über 20.000 Fälle gemeldet.

Virus blockiert den Zugriff auf sämtliche Systemkomponenten

Der Virus beendet nicht nur sämtliche im Windows Explorer aufgerufenen Anwendungen, auch der Aufruf von installierten Programmen ist nach einer Infizierung mit dem Schädlingsprogramm nicht mehr möglich. Wer durch eine Neuinstallation seines Betriebssystems nicht alle wertvollen Daten auf seiner Festplatte verlieren möchte, sollte sich vor diesem endgültigen Schritt definitiv an einen Fachmann wenden, der die befallene Software eventuell reparieren kann. Um einen Befall mit dieser und ähnlicher Schädlingssoftware bereits im Vorfeld zu vermeiden, rät das Landeskriminalamt dazu, das verwendete Betriebssystem stets auf dem aktuellsten Stand zu halten und zudem ein gängiges Anti Virus Programm auf dem Computer zu installieren.

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