"Minus 70 Prozent" sticht andere Promotion-Aktionen aus Auf die Prozentangaben kommt es an (Foto: pixelio.de/gabi schönemann) New York (pte/01.05.2009/13:40) - Zweistellige Prozent-Ermäßigungen, die die Preise fallen lassen, erreichen die Kunden momentan sehr gut. Diese Marketing- und Werbestrategie zeigt ihre volle Wirkung. Durch die Weltwirtschaftskrise verkaufen sich Konsumgüter offensichliche besser, wenn sie mit besonders hohen Preisnachlassen beworben werden, anstatt sie korrekt auszuzeichnen. Wie die New Yorker Times berichtet, werden bis dato erfolgreiche Marketingaktionen wie "Zwei zum Preis von einem" von Werbungen wie "Minus 70 Prozent" ausgestochen. In kurzer Zeit hat sich ein besonders hoher Abschlag von ab 70 Prozend etabliert und den Preisnachlass von minus 50 Prozent vom Markt gefegt. Experten vermuten, dass dieser Trend noch einige Zeit anhalten wird. "In den USA werden extreme Rabatte gegeben, weil die normalen Rabatte zum Alltag geworden sind. Die Staaten waren immer das Land des Dauer-Ausverkaufs", sagt Bernd M. Michael, Präsident des Deutschen Marketingverband. In den ersten Monaten diesen Jahres hatten auch Lidl und Aldi in Deutschland heftige Rabatte gegeben, allerdings hatten diese Unternehmen vergeblich auf den einschlagenden Erfolg gewartet. "Manche Retailer haben sich das Image von preiswert verschafft, verkaufen aber nur etwa 30 Prozent mit Rabatt, um Trafficbuilding zu erreichen. Die restlichen 70 Prozent kosten normal oder mehr", gibt Michael zu bedenken. In der immer noch andauerenden Wirtschaftskreise geht es nicht nur um günstig. "Sondern man muss zweimal verkaufen: Zuerst die Rechtfertigung, warum man jetzt trotzdem etwas kaufen sollte und danach kommen die üblichen Verkaufsargumente", so der Experte.Laut einem aktuellen Bericht von Information Resources Inc. http://us.infores.com ist für die Konsumenten eine neue Nische entstanden. Die Kunden verfolgen wegen der Rezession die Werbung der Händler um viele aufmerksamer. Sie halten nach Schnäppchen und reduzierten Waren Ausschau. Verschiedne Handelsketten wie Bloomingdales, HomeGoods oder Filene's Basement in Amerika momentan mit Preisnachlässen von 80 Prozent und mehr."Die Schnäppchen-Mentalität ist nach wie vor weit verbreitet. Aber in der neuen Realität werden die Menschen besonders darauf achten, für ihr Geld gute Qualität zu bekommen", glaubt Michael. Zukünftig wird das Geheimnis des guten Verkaufs nicht nur bei niedrigen Preisen liegen, die sowie so schon niedrig sind. Nein, der Kunde wird vermehrt darauf achten, für sein Geld einen hohe Qualität seines Konsumgüters zu erhalten. Für Händler wird es wichtig sein, den Kontrast von Preis und Qaulität werden besonders betont und gefeiert werden. "Wir sind an einen Punkt gelangt, wo der spezifische Preis nicht mehr spezifisch und schwungvoll genug ist, um wahrgenommen zu werden", meint Wendy Liebermann, Chefin der New Yorker Beratungsfirma WSL Strategic. Die neue Realität (Krise) hat die Einstellung der Konsumenten verändert. Manche Menschen würden nicht von ihrem Sofa aufstehen, wenn sie dafür nicht einen Preisrabatt von 50 Prozent erhalten. "Aber 70 oder 80 Prozent Minus bekommen die Aufmerksamkeit", so Liebermann. Es wurde beobachtet, dass in den Geschäften, in denen nicht mit Rabatten und Ausverkauf geworben wird, meist auch keine potenziellen Kunden zu finden sind. Die Hädler und Läden, die ihe Ware normalerweise zu regulären Preisen anbieten stehen nun im Konkurrenzkampf zu den Diskontern. Mit einer Ausweitung und einer Fortsetzung dieser Strategie ist in der Zukunft zu rechnen. "Der nächste Schritt könnte eine Art 'Plus-Kosten' sein, wo die Händler sagen: Im Einkauf haben wir zwölf Dollar für den Artikel bezahlt und verkaufen ihn nun für 14", beschreibt die Branchenkennerin.