Geringeres Konfliktpotenzial als Begründung angegeben eBay sorgt wieder einmal für Diskussionsstoff (Foto: ebay) Canberra (pte/10.04.2008/17:05) - Die australische eBay-Niederlassung hat eine drastische Änderung bei den Zahlungsmöglichkeiten für User angekündigt. Ab 21. Mai muss bei eBay-Auktionen PayPal als Zahlungsmethode angeboten werden. Knapp ein Monat später folgt die Verschärfung dieser Maßnahme, denn nach dem 17. Juni muss die Abwicklung der Zahlung bei nahezu allen Artikeln entweder in bar oder per PayPal erfolgen. Auf die Verkäufer kommt damit eine zusätzliche finanzielle Belastung zwischen 1,1 und 2,4 Prozent pro Transaktion zu, berichtet AustralianIT. Kritiker sehen darin nichts anderes als eine versteckte Gebührenerhöhung, denn eBay streicht somit über seine Tochterfirma PayPal bei jedem Kauf zusätzlich Geld ein. Von den Änderungen ausgenommen sind zehn Kategorien mit hochpreisigen Waren wie Autos, Boote, Immobilien oder Flugzeuge. Ebenfalls wurde eine Ausweitung des Käuferschutzes angekündigt. Dieser war bislang mit 3.000 Australischen Dollar (1.760 Euro) begrenzt und wird künftig auf 20.000 Australische Dollar erhöht. Begründet wird die Maßnahme von Seiten eBays mit der Sicherheit für die Käufer. Statistisch zeige sich, dass bei Zahlungen, die nicht über PayPal erfolgen, die Wahrscheinlichkeit eines Konflikts etwa um das Vierfache ansteigt. Die eBay-Ankündigung beschränkt sich derzeit auf Australien. Allerdings dürfte das Unternehmen den kleinen, überschaubaren Markt mit vier Mio. Usern als Testfeld benutzen. Sollte sich die Methode bewähren, so könnte das Beispiel Schule machen und auf weiteren eBay-Märkten eine Zwangsbeglückung mit PayPal folgen. Laut AustralianIT rechnet eBay zwar mit Beschwerden, jedoch nur in kleinem Rahmen. "Natürlich werden einige verärgert sein, aber das ist die Minderheit. Der Großteil unserer User nutzt PayPal ohnehin bereits", wird Alastair MacGibbon, Verantwortlicher für eBay Trust and Safety, zitiert. Die Änderung wird in jedem Fall noch für einigen Diskussionsstoff in der eBay-Gemeinde sorgen. In Australien gehen die Wogen bereits hoch und viele User kritisieren die Umstellung im Web. Das Auktionshaus ist Kummer jedenfalls bereits gewohnt. Die Änderung der Gebührenstruktur hat ebenso wie das umgestaltete Bewertungssystem bereits Anfang des Jahres zu heftiger Userkritik geführt (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080206024 ).
Quelle: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=080410044