Agrar- und Ölprodukte trieben Preisindex zum höchsten Anstieg seit 1993. WIEN (go). 8,5 Prozent: Um diesen Wert stiegen die Großhandelspreise von Februar 2007 bis Februar 2008. Damit setzt sich die im September begonnen habende starke Teuerung jener Waren fort, die Großhändler an den Einzelhandel sowie Industrie- und Gewerbebetriebe verkaufen. Der Index der Großhandelspreise wurde von zwei Gruppen getrieben, sagte Josef Baumgartner, Inflationsexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), zur „Presse“. Landwirtschaftliche Waren und Ölprodukte waren für drei Viertel der Februarteuerung verantwortlich. Genauer: Von den 8,5 Prozent Teuerung im Februar gingen laut Baumgartner rund 6,4 Prozentpunkte auf das Konto von vier Gruppen: „Getreide, Saaten und Futtermittel“, „Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette“, „Motorenbenzin (inklusive Diesel)“ und „Sonstige Mineralölerzeugnisse“. Was heißt das für die Inflation? Dieser Index besteht aus 1400 Preisen von 387 Waren, die rund 220 Großhändler jeden Monat an die Statistik Austria melden. Er deckt rund 85 Prozent des Großhandels in Österreich ab und liegt stets früher vor als der Harmonisierte Verbraucherpreisindex, also jener Wert, der landläufig „die Inflation“ angibt. Kann man also aus dem Anstieg der Großhandelspreise schließen, dass auch die allgemeine Inflation im Februar erneut gestiegen ist? Nein, meint Baumgartner. Ein besserer Frühanzeiger für die Inflation in Österreich seien die Schätzungen für jene in der Eurozone. Sie lag im Jänner bei 3,2 Prozent, also knapp unter der österreichischen von 3,3 Prozent. Im Februar dürfte die Teuerung in der Eurozone „eher konstant geblieben sein“, sagte der Wifo-Experte. Das könnte auch für die heimische Inflation gelten. Billigeres Obst und Gemüse Noch einmal zurück zu den Großhandelspreisen. Am stärksten stiegen jene von „Getreide, Saaten und Futtermitteln“, nämlich um 56 Prozent. „Düngemittel und agrochemische Erzeugnisse“ verteuerten sich um 36,6 Prozent. „Sonstige Mineralölerzeugnisse“ und Treibstoffe wurden um 27,5 und 23,3 Prozent teurer. Hingegen verbilligten sich „Obst, Gemüse und Kartoffeln“ um fünf Prozent. Was im Widerspruch zu den gestiegenen Preisen steht, welche die Verbraucher für diese Waren zahlen müssen (siehe oben stehender Artikel).
Quelle: http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/368