Ist Google Analytics legal?

Google Analytics erfreut sich seit seiner Einführung einer ständig wachsenden Beliebtheit. Die kostenlose Anwendung erlaubt Webseitenbetreibern das Erfassen von zahlreichen Informationen über den Traffic auf ihren Internetauftritten. Es muss nur ein kurzer Javascript Code in den Quelltext der Seite eingebunden werden und schon kann der Carhartt Online Shop auswerten, wo die meisten Conversions herkommen. Von Beginn an waren jedoch die rechtlichen Grundlagen dieser Anwendung, insbesondere im Hinblick auf den Datenschutz, sehr umstritten. Bisher bewegten sich Google und die Nutzer von Analytics in einer rechtlichen Grauzone.

In Deutschland wurden jetzt erstmals Vereinbarungen getroffen, um für mehr Rechtssicherheit im Umgang mit Google Analytics zu sorgen. Vorausgegangen waren Gespräche zwischen Google und dem Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz, der im Auftrag der Aufsichtsbehörden der Länder tätig war. Diese Vereinbarungen haben seitens Google zu einer Anpassung des Tools geführt, die den Benutzern und Seitenbesuchern mehr Möglichkeiten zur Sicherung datenschutzrechtlicher Interessen einräumt.

Nach Angaben des Hamburgischen Datenschutzbeauftragten sollte ein Webseitenbetreiber mindestens die folgenden vier Maßnahmen ergreifen, um die Verwendung von Google Analytics auf seiner Internetpräsenz rechtlich abzusichern:

1. Die Besucher einer Website sollen auf die Möglichkeit hingewiesen werden, bei Google Widerspruch gegen die Erfassung ihrer Nutzerdaten einzulegen. Das entsprechende Deaktivierungs-Addon stand bisher nur für die Browser Internet Explorer, Firefox und Chrome zur Verfügung; durch die Einbeziehung von Safari und Opera ist diese Option jetzt browserübergreifend zu realisieren.

2. Der Webseitenbetreiber soll bei Google veranlassen, dass die letzten Ziffern von IP-Adressen vor der Speicherung gelöscht werden, um die Identifikation von Nutzern von vornherein zu verhindern. Zu diesem Zweck stellt Google die Funktion „_anonymizeIp()“ zur Verfügung, die dem Tracking-Code hinzugefügt werden kann.

3. Webseitenbetreiber müssen mit Google einen Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung abschließen, der auch Kontrollpflichten für den Webseitenbetreiber beinhaltet. Der dazu vorformulierte Vertragstext wurde in Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden entwickelt.

4. Sehr wichtig dürfte ebenfalls der Umgang mit den bisher (möglicherweise rechtswidrig) erhobenen Daten sein. Um ganz sicherzugehen, sollten diese vollständig gelöscht werden. Dafür gibt es allerdings nur die Möglichkeit, den bestehenden Analytics-Account bei Google zu löschen und einen neuen zu eröffnen. In diesem Fall darf nicht vergessen werden, die alten Tracking-Codes im Quelltext der Seiten durch die neu vergebenen zu ersetzen.

Wer sich an diese Regelungen hält, bewegt sich mit seiner Webseite auf legalem Terrain. Trotzdem ist jeder Betreiber von Internetseiten gut beraten, die rechtlichen Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen. Gerade in Bezug auf die Verwendung von Cookies werden in nächster Zeit neue Vorschriften erwartet.

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