Import-Wissen für Unternehmen: Einfuhr aus einem Nicht-EU-Staat

Ob für die Produktion oder für den direkten Verkauf: Der internationale Güterverkehr gehört für viele Unternehmen zum Alltag. Allerdings dürfen nicht alle Waren und Güter ohne Einschränkungen in die EU eingeführt werden. Folgende Fakten sollten daher alle Unternehmer kennen, die Handel mit Nicht-EU-Staaten betreiben.

Warengruppen mit Einfuhrbeschränkung

Innerhalb der Europäischen Union ist der Warenverkehr nahezu unbegrenzt möglich. Beziehen Unternehmer allerdings Waren aus einem Nicht-EU-Staat, müssen diese durch den Zoll. Unter bestimmten Umständen fallen Steuern und Gebühren an, zudem dürfen nicht alle Waren eingeführt werden. Verboten ist zum Beispiel die Einfuhr von Abfällen aller Art, die zur Entsorgung bestimmt sind. Strengen Vorschriften unterliegt die Einfuhr von folgenden Warengruppen, die teilweise nur mit Einfuhrgenehmigung möglich ist:

– Agrarerzeugnisse wie Obst, Gemüse, Milchprodukte, aber auch Futtermittel und andere tierische Produkte wie Leder sowie lebendige oder tote Tiere
– Arznei- und Betäubungsmittel
– Chemikalien für die Produktion oder zur Herstellung von Chemiewaffen
– Eisen- und Stahlerzeugnisse
– Gekennzeichnete Arzneimittel, die aus der EU in Entwicklungsländer eingeführt wurden
– Rohdiamanten
– Waffen
– Bekleidung
– jugendgefährdende Medien

Steuern und Zollgebühren

Für den grenzüberschreitenden Warenverkehr fallen zudem Verbrauchssteuern an. Als registrierter Versender ist es möglich, die Verbrauchssteuern bei Überführung der Waren zunächst aussetzen zu lassen und später zu zahlen. Zollgebühren müssen grundsätzlich gezahlt werden. Ausschlaggebend für den Zollwert ist der tatsächliche Verkaufspreis der Ware. Die Zollagentur vergibt für einzelne Warengruppen Codenummern, die den Zollwert beim Import bestimmen. Diese können bei der Zolltarifauskunft erfragt werden. Alle Waren, die persönlich oder auf dem Postweg aus Drittländern in die EU gelangen, müssen beim Zoll gemeldet werden. Alle Waren, die in der EU verbleiben sollen, müssen dabei das Verfahren „Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr“ durchlaufen. Anschließend kann der Unternehmer frei über die Güter verfügen. Sollen die Güter nur vorübergehend genutzt werden, wird das Verfahren der „vorübergehenden Verwendung“ angewendet.

Erst informieren, dann importieren

Unternehmer sollten sich vor dem Import bestimmter Waren informieren, ob sie eine Einfuhrgenehmigung benötigen oder ob der Warenverkehr ohne Einschränkungen möglich ist. Über anfallende Gebühren informiert die verbindliche Zolltarifauskunft oder Zollagenturen wie Porath (siehe auch: http://www.porath.com/leistungen/consulting/ )

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