Die Einwohnerentwicklung Mallorcas

Die Touristengemeinden an der Küste verzeichnen seit dem Jahr 1950 eine starke Zunahme ihrer Bevölkerung. In Palma, dem Ausgangspunkt der touristischen Entwicklung, nahm die Bevölkerung um 160 % von 133 000 Einwohnern (1950) auf 347 000 Einwohner (2001) zu.  Allein in den ersten 20 Jahren (1950-70) stieg die Einwohnerzahl auf 217 000, also um 63 %.  Mehr als verdoppelt hat sich die Bevölkerung zwischen 1950 und 2001 auch in den touristischen Gemeinden Alcúdia (262 %), Son Severa (286 %), Capdepera (188 %) und Andratx (109 %).  Der Prozess der Landflucht und die damit verbundene Verlagerung des sozialen Lebens an die Küste hielten bis in die 1990er Jahre unvermindert an.  Spätestens mit der „Erfindung“ des mallorquinischen Qualitätstourismus im gleichen Jahrzehnt sind Mallorcas Küsten zu einem
Einwanderungsziel wohlhabender Ausländer geworden. Zweitwohnsitze schossen wie Pilze aus dem Boden, der einmal wertlos war. Und ihre Besitzer tragen zu einem weiteren Wachstum der Wohnbevölkerung in den Küstengemeinden bei. Das eindrücklichste Beispiel für den Wandel der Küstenregion ist die Gemeinde Calvià. Die kleine Ortschaft selbst liegt im Landesinneren, ihre ausgedehnte Gemeindefläche reicht jedoch bis zur Küste und umschließt die heutigen
touristischen Hochburgen Illetes, Portals Nous, Palma Nova, Magaluf, Santa Ponsa und Paguera.  Ihre Bevölkerung wuchs von 2219 Menschen (1950) auf 38 841 (2001), um sage und schreibe 1650 % an.  Offizielle Schätzungen von 2008 gehen von einer aktuellen Einwohnerzahl von mehr als 50 000 aus. Einst eine der ärmsten Gemeinden Mallorcas, avancierte sie zur größten Touristen- und reichsten Gemeinden Spaniens.  Die ehemals arme Küstenregion ist die Region Mallorcas mit der größten Anhäufung an Sachwerten (Immobilien, Hafenanlagen).

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