Eine Billion im Gross.- und Aussenhandel wird locker geknackt

Trotz der Eurokrise, die in aller Munde ist, kann der deutsche Außenhandel eine Rekordmarke verbuchen: Zum ersten Mal 2012 soll die Summen von sage und schreibe einer Billion Euro geknackt werden. Auch für das kommende Jahr ist die Prognose gut, wenn auch mit Einschränkungen.

Für 2012 wurden Produkte und Waren in Höhe von 1,103 Milliarden Euro erwartet. Diese Zahl meldetet der Bundesverband für Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). Insgesamt ist das ein Anstieg um satte vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2011.

Anton Börner, der BGA-Präsident, erwartet zusammen mit den Importen einen Außenhandelumsatz eine Rekordsumme. Erstmals soll die Zwei-Billionen-Euro-Marke überschritten werden. Auch das nächste Jahr werden ähnliche Werte vorhergesagt. Bei dem Warenimport wird bis Ende des Jahres mit 929 Milliarden Euro gerechnet. Das ergibt dann insgeamt einen Außenhandelsüberschuss von 174 Milliarden Euro. Damit wäre der Überschuss im Vergleich zum Vorjahr um satte zehn Prozent gestiegen.

Laut BGA ist für das kommende Jahr ein ähnliches Ergebnis zu erwarten. Der Bundesverband für Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen rechnet mit einem Wachstum der Exporte von über fünf Prozent auf die Wahnsinns-Summe von 1,158 Milliarden Euro. Beim Import ist ein ähnlicher Wachstum voraus gesagt, denn mit 5,5 Prozent erhöht sich der Umsatz von den 929 Milliarden auf 980 Milliarden Euro.

Alle Großhändler und Wiederverkäufer würden bei diesen Nachrichten gerne in Euphorie ausbrechen. Wenn da nicht die Euro-Schuldenkrise wäre. Denn die ist noch lang Begleiter dieser Nachricht. Und sie hat auch die Kraft, diese Prognosen schnell zu stürzen. Die Gefahren, die von ihr ausgehen, werden Deutschland noch lange begleiten. Auch diese Aussage traf Herr Anton F. Börner von der BGA bei der Herbstpressekonferenz. Eine Lösung der vorhanden Probleme ist nur durch eine Stärkung der multilateralen Organisationen möglich.

Börner warnte davor, den europäischen Binnenmarkt zu unterlaufen. Für einen stabilen Markt und eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit ist es zwingend erforderlich, Europa als Markt zu sehen. Wenn es nur Einzelstaaten ist, würden die einzelnen Märkte zum Spielball der Weltmächte werden und das wiederum den Erfolg der vergangenen 60 Jahre zerstören.

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