Druckertinte – Das wahre schwarze Gold

Die Zeit lästiger Nadeldrucker ist längst vorbei – modernes Ausdrucken von Dokumenten, Grafiken und Fotos ist heutzutage schnell, effizient, erheblich geräuscharmer und natürlich hochauflösend. High-End-Technologie macht es möglich, eine Technologie, die inzwischen nahezu jeden Haushalt erobert hat und zum Standard gehört. Insbesondere im Bereich des Fotodrucks hat sich der Tintenstrahldrucker etabliert. Ein Gerät, das im Einkauf bereits ab erschwinglichen 50 Euro zu erstehen ist. Tintenstrahldrucker finden auch von professionellen Druckereien Verwendung. Qualität und Farbbrillanz des Drucks sind dabei maßgeblich von der verwendeten Druckertinte und dem Trägermaterial, also dem Papier abhängig. Und obwohl die Preise für Einsteigermodelle in den letzten Jahren nahezu ins Bodenlose gesunken sind, lebt und gedeiht eine gesamte Branche davon. Einige Druckerhersteller setzen dabei auf geplante Obsoleszenz, sprich, auf eine mechanische oder digitale Haltbarkeitsgrenze ihrer Produkte, andere wiederum auf hochpreisige, um nicht zu sagen überteuerte Druckertinte.

Das Geschäftsmodell einiger (nicht aller) Druckerhersteller, den Käufer mit Schnäppchenpreisen am Endgerät anzufixen, um am Ende über die teure Tinte Geld zu verdienen, ist seit Jahren kontrovers diskutiert. Auch wenn diese Praxis leicht rückläufig ist, bleiben die Preise für Druckertinte weiterhin absurd hoch. Die Spekulation, Druckertinte sei die teuerste Flüssigkeit der Welt, trifft zwar nicht ganz zu, im direkten Vergleich aber klafft hier eine unglaubliche Preislücke. Beispiel Rohöl: Es zählt zu den begehrtesten Flüssigkeiten der Welt, kommt aber „nur“ auf einen Preis von 2,70 US-Dollar pro Gallone (ca. 3,8 Liter, Stand: September 2012). Die gleiche Menge Druckertinte (schwarz) schlägt mit durchschnittlich unglaublichen 2.700 Dollar zu Buche. Das macht einen ungefähren Preis von 70 US-Cent pro Gramm und ist damit rund 1.000 mal teurer als Rohöl. Zum Vergleich: Ein Gramm Feingold ist bei knapp über 50 Dollar notiert, das Gramm eines russischen geschliffenen Diamanten bei rund 500 Dollar. 100 Milliliter originaler Druckertinte sind damit mehr wert als ein Gramm Gold.

Die horrenden Preise werden jedoch nicht durch die Tinte per se erklärt, sondern durch die Technik in und um die Patronen herum. Als Konsument hilft es hier sich auf alternative Produkte zu konzentrieren, bspw. auf die Nachfülltinte oder Patronen günstigerer Hersteller. Hier kann eine Preisdifferenz von bis zu 90 % erzielt werden. Von Hersteller zu Hersteller variiert allerdings die Druckqualität. Die Zeiten, in denen die empfindlichen Druckköpfe unter der Fremdtinte litten oder Drucker Fremdtinte nicht annahmen, sind allerdings vorbei. Als privater Endverbraucher lohnt es sich daher, die Folgekosten bereits beim Kauf des Druckers hochzurechnen und ggfs. mit alternativen Kosten für Fremdprodukte aufzuwiegen. Bei extrem günstigen Geräten lohnt sogar der Kauf eines neuen Druckers mehr als der Austausch leerer Tintenpatronen. Aus ökologischer Sicht ist dies jedoch eine Katastrophe.

2 Responses

  1. David sagt:

    Das erinnert mich an die (n)Espressomaschinen. Dort ist es noch viel schlimmer, denn Kaffee wird mehr getrunken als mit Tinte gedruckt. Auch in den Büros …

  1. 20. Oktober 2013

    […] möglich auf den Gebrauch von Farbdrucken verzichten -einen möglichst sparsamen Drucker verwenden -Patronen und Kartuschen wieder auffüllen lassen -recycltes Papier verwenden Diese Artikel könnten dich auch interessieren:Das grüne Büro […]

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