Ohne Warenlager zum Erfolg – Die Chancen und Risiken von Dropshipping

Dropshipping ist eine Geschäftsform des Handels, die auch Streckenhandel oder Streckengeschäft genannt wird. Es heißt, dass der Händler, der Waren anbietet, diese nicht lagert, sondern erst nach der Bestellung, bzw. dem Kauf des Kunden vom Großhändler direkt an den Kunden ausliefern lässt.

Diese Geschäftsform ist vor allem in drei Szenarien üblich:

1. Ein kleines Geschäft mit kleinen Vorräten bekommt eine ungewöhnlich große Bestellung und kann diese aus seinem Lager nicht gewährleisten.

2. Ein Online-Shop (eBay Händler etc.) bietet Waren an, aber verfügt über kein Warenlager, sondern nutzt seine Expertise des Markts, um einen sinnvollen Warenkatalog für seine bestimmte Zielgruppe zusammenzustellen.

3. Ein Händler (z.B. Designer) lässt einen Produzenten individuelle Produkte nach Kundenwunsch herstellen, die dann direkt zum Kunden ausgeliefert werden.

Smart Sales – Reich werden, ohne die Ware jemals zu berühren

Das Dropshipping bietet viele Chancen, denn es spart einige Kosten der Lagerung und minimiert das Risiko, dass Waren die eingekauft werden veralten oder sonst wie verkaufsuntauglich werden, während sie im Verkaufsraum ausstehen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass der Cash-Flow immer positiv ist, da die Ware durch den Kunden im Vorhinein bezahlt wird und hiernach erst vom Händler bestellt werden muss. Außerdem kann durch den gesparten Aufwand in der Logistik auch der Endpreis sinken und so die eigenen Waren günstiger sein, als die der Konkurrenz die auf Vorrat verkaufen.

Hat der Händler also eine hohe Reichweite und weiß genau, wie er Produkte an seine Zielgruppe vermarkten muss, damit diese zuschlagen, ist dies ein Geschäftsprinzip, bei dem man im Idealfall die Ware niemals anfassen muss, um sie verkaufen zu können.

Die Risiken – Wenn der Zulieferer ausverkauft ist und die Kunden unzufrieden

Das Streckengeschäft ist aber nicht automatisch ein Goldesel, denn man muss dabei auf einiges achten und sollte tunlichst einige Risiken vermeiden.

Bei Rücksendungen der Ware erhält man, da man die Ware zuerst beim Zulieferer erstanden hat, diese im Regelfall erst einmal selbst wieder zurück. Daher sollte man mit dem Großhändler am Besten vertraglich ausmachen, dass dieser auch Ware zurücknimmt, wenn diese nicht defekt ist. Kein Problem sind Garantiefälle, da der Großhändler die gleichen Gewährleistungsfristen hat, wie der Händler und ab Kauf defekte Ware zurücknehmen muss, wird diese rechtzeitig und ordnungsgemäß reklamiert.

Achtet man auf die Qualität der Ware und nicht so sehr auf die Margen, die man mit einem Billigzulieferer aus China erreicht, ist es auch durchaus möglich, die zurückgesandte Ware erneut zu verkaufen, doch dafür braucht man dann zumindest eine notdürftige Lagerkapazität.

Ein anderer unangenehmer Fall kann auftreten, wenn der Zulieferer eine Ware nicht mehr anbietet oder für einige Zeit nicht auf Lager hat. Passt man nicht darauf auf, was beim Großhändler Sache ist, so kann man hierdurch schnell Kunden verärgern, die auf eine bezahlte Ware lange warten müssen.

Das größte Risiko ist wie immer die Konkurrenz. Es kann gut sein, dass der Produzent, der angebotenen Ware selbst die Ware verkauft, und zwar ohne die Marge, die man selbst braucht, um ein profitables Geschäft am Leben zu halten. Tritt man mit dem Dropshipping also in Konkurrenz mit einem unschlagbar günstigen Zulieferer mit eigenem Online-Shop, so ist man nur kostenfreie Werbung des Anderen und die Margen, die man sich erlauben kann, werden erstickend gering.

3 Goldene Regeln – damit alles glatt läuft

1. Achten Sie darauf, dass Sie nicht mit Ihrem Großhändler in Konkurrenz treten und kümmern Sie sich um ein gutes Verhältnis zu diesem, sodass Sie immer auf dem neuesten Stand sind.

2. Halten Sie alle wichtigen Sonderregelungen mit dem Zulieferer vertraglich fest, sodass dieser, der ja grundsätzlich Interesse an Ihrem Geschäft hat, auch kulant gegenüber Ihnen sein muss.

3. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Angebot einzigartig ist, von mehr als einem Produzenten und sehr genau auf Ihre Zielgruppe zugeschnitten, um zu verhindern, dass jemand Ihnen den Schneid abkauft, da er in der Wertschöpfungskette höher ist als Sie.

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